Eelco Brand

Field of View



 
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Eröffnung: Sa., 13. November 2010, 15-17 Uhr
Ausstellung: 17. November 2010 - 15. Januar 2011

Field of View ist die erste Einzelausstellung von Eelco Brand in Köln. Die Galerie [DAM] Cologne zeigt drei neue Filme und stellt Brands farbige, mit 3D-konstruierte Bilder den Bleistiftszeichnungen des Künstlers gegenüber.

Ein abstraktes, molekular wirkendes Objekt schwebt über einer hyperrealistischen Sumpflandschaft, eine glänzend blaue, amorphe Form liegt auf einer Wiese. Das Oeuvre von Eelco Brand fügt sich zwar in eine Bildtradition ein, in der Landschaften und Genreszenen eine führende Rolle spielen, geht aber über traditionelle Formen dieser Bildgattung hinaus. Scheinbar naturalistische Bilder sind mit surrealen abstrakten Komponenten kombiniert. Die Landschaften kommen uns bekannt vor, erwecken die Illusion, sie schon einmal gesehen zu haben - es sind Stereotypen, vollständig konstruiert, von starker expressiver Kraft. Aber ist nicht jede Form von Landschaftsdarstellung konstruiert, auch unser inneres Bild, wenn wir uns eine Landschaft vorstellen? Die Werke von Eelco Brand lassen uns über unsere Sehgewohnheiten nachdenken. Irritierend sind auch die Bleistiftzeichnungen von Brand, denn er verwendet in ihnen eine Bildsprache, die der Betrachter mit einfachen 3D-Konstruktionen assoziiert.
In den Filmen des Künstlers wechselt der Betrachter mühelos die Perspektive, man krabbelt als Käfer über den Boden, taucht über und unter Wasser. Pilze verwandeln sich in schwebende Quallen. Die Langsamkeit der Bewegung und der immerwiederkehrende Loop der kurzen Filme wirken fast meditativ und entsprechen in keiner Weise den Erwartungen, die wir an Animationsfilme haben.

Der niederländische Künstler Eelco Brand (*1969) hat Malerei studiert, widmet sich aber seit über sieben Jahren ausschließlich der Konstruktion von Filmen und Bildern in 3D.
"Malerei besteht vor allem darin, Elemente hinzuzufügen oder zu entfernen. Man kann an einem Bild arbeiten, das sich durch seine eigene Logik entwickelt. Für mich ist das Erstellen eines 3D-Bildes das selbe wie Malerei. Aber das Faszinierende am Arbeiten mit 3D ist, dass man den virtuellen Raum hinter der zweidimensionalen Oberfläche betreten kann und - noch entscheidender - dass man jeweils die Möglichkeit hat, eine Szene zu animieren. Dies bedeutet, dass man über das statische Medium der Malerei hinausgehen und Bewegung sowie Klang integrieren kann. So kann man völlig neue Wege erschließen, Werke zu erstellen und zu präsentieren. Die Szenen, die ich als Prints oder Filme erstellt habe, sind virtuell und handgemacht. Ich verwende kein fotografisches Material oder gescannte Bilder." (Eelco Brand in einem Interview mit Wolf Lieser in Eyemazing, 2007)

Eelco Brand lebt und arbeitet in Breda, Niederlande. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt u. a. in Seoul, Moskau sowie New York und sind in öffentlichen sowie privaten Sammlungen europaweit vertreten. Field of View ist Brands zweite Einzelausstellung in der Galerie [DAM] Berlin/Cologne.



Think Line
Konzept, Computer, Programm, Zeichnung

Internationale Gruppenausstellung
Hans Dehlinger, D
Jean-Pierre Hébert, F
Tony Longson, GB
Manfred Mohr, D
Vera Molnar, F
Frieder Nake, D
Roman Verostko, USA
Marius Watz, NO
Mark Wilson, USA


  

  

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Ausstellung: 4.9.-6.11.2010
Eröffnung: 3.9. 18-22 Uhr
19:30 Einführung in die Ausstellung durch Wolf Lieser

Sonderveranstaltungen:
Erweiterte Öffnungszeiten zum DC Open Wochenende: Sa., 4.9. ,12-20 Uhr + So., 5.9., 12-18 Uhr
Fr. 29.10., 20 Uhr: satelita veranstaltet ein Konzert zeitgenössischer Musik in der Reihe „Nachtjournal“


Think Line ist eine umfassende Ausstellung, die ein bisher weitgehend unbeachtetes Segment der Medienkunst aufgreift. Sie widmet sich dem Thema Zeichnung, die auf einem selbstgeschriebenen Computerprogramm des Künstlers basiert, und stellt Arbeiten der letzten 40 Jahre vor. Dabei zeigt sie Werke von international renommierten Künstlern wie Manfred Mohr und Vera Molnar, die in diesem Herbst an einer Gruppenausstellung am Museum of Modern Art in New York zum Thema Linie teilnimmt, sowie junge Positionen z. B. Marius Watz. In der Ausstellung wird dem jeweiligen Kunstwerk das niedergeschriebene Konzept des Künstlers, das der Arbeit zugrunde liegt, zur Seite gestellt.

Zeichnen ist eine künstlerische Tätigkeit mit langer Tradition. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch wurde es möglich, Zeichnungen mit Hilfe eines Computers zu erzeugen. Eine Tatsache, die die künstlerischen Möglichkeiten erweiterte und dem Begriff der Zeichnung eine neue Dimension hinzufügte. Die Künstler schreiben ein Konzept, das sie mittels einer Programmiersprache in einen Algorithmus umsetzen und können so mit Hilfe eines computergesteuerten Zeichengeräts - eines Plotter - Zeichnungen ausführen. Das Arbeiten in Serien wird so zum Grundprinzip, denn durch Einfügen von Zufallsparametern in das Programm können immer wieder veränderte visuelle Resultate erzielt werden. So entstehen Werkzyklen, die in Farbe oder Schwarz-Weiß auf Papier ausgeführt sind. Der Stiftplotter bringt die Zeichnungen elegant und mit kontinuierlichem Strich auf das Papier.
Die selbstgeschriebene Software des Künstlers ist nicht nur der kreative Prozess des Kunstwerks sondern auch das Mittel, durch das die Ideen dargestellt werden. Diese Kunstrichtung vereint also sowohl Charakteristika der Konzeptkunst als auch der Medienkunst. Viele junge Künstler entdecken das Programmieren als Mittel eines eigenen künstlerischen Ausdrucks wieder, sie wollen nicht mit vorgefertigten kommerziellen Softwarepaketen mit festgelegten ästhetischen Resultaten arbeiten.

Think Line stellt das breite Spektrum der Zeichnungen vor, von den Anfängen aus den 60er Jahren, bis hin zu zeitgenössischen Werken, in denen die Zeichnung nicht mehr auf Papier, sondern mittels eines Lasers auf Aluminiumplatten aufgeführt wird. Tony Longson führt mit seinen Objekten, die aus montierten, eingefrästen Plexiglasscheiben bestehen, die Zeichnung in die dritte Dimension. Diese Ausstellung, die die Anfänge der Computerkunst einschließt, ergänzt das Spektrum der Ausstellungen im Zuse-Jahr 2010, das dem 100. Geburtstag von Konrad Zuse, dem Erfinder des Computers, gewidmet ist



Nach lautloser Explosion
Gerhard Mantz


 

  

 

Ausstellung: 30. Juni - 31. Juli 2010
Eröffnung: 26. Juni 2010, 15-17 Uhr
Der Künstler wird zur Eröffnung anwesend sein.
Zu der Ausstellung ist ein Katalog mit einem einführenden Text von Domenico Quaranta erschienen.

Galerie [DAM]Cologne zeigt eine Einzelausstellung von Gerhard Mantz mit virtuellen Landschaften in Schwarz-Weiß. Die Ausstellung, die während des Gallery Weekend in der Galerie [DAM]Berlin zu sehen war, wandert nun nach Köln, um dort nach der ausschließlich auf Bildschirmarbeiten basierenden Eröffnungsausstellung E-volve einen sehr gegensätzlichen, eher malerischen Aspekt aus dem Spektrum der Neuen Medien zu zeigen.

In den Bildern betritt der Betrachter die Erde nach einem großen Ereignis. Ob es eine Explosion war, die die Wälder unter eine vollkommene dünne Schicht aus Asche legte, oder eine gänzliche Erstarrung der Natur durch Kälte und Frost, ist nicht definiert. Die Orte, die Gerhard Mantz in seinen Landschaften zeigt, sind keine wirklichen Orte, sondern Seelenlandschaften. Durch die Helligkeit wirken sie fragil und magisch. Das Licht bekommt durch die Ausführung der Arbeiten in Schwarz-Weiß eine große Bedeutung. Es kann verheißungsvoll sein, aber ebenso das blendende Licht einer Explosion, ein Vorbote des Unheils.

Gerhard Mantz fügt mit seinen vollständig computergenerierten Arbeiten dem Thema Landschaft eine sehr zeitgenössische Position hinzu. Ähneln sie vordergründig natürlichen Landschaftsdarstellungen, verweisen sie durch Verfremdungselemente wie unnatürliche Oberflächenstrukturen oder Softwareunregelmäßigkeiten auf ihre Entstehung jenseits realer Situationen. Sie gleichen erhabenen, archetypischen Landschaften, die zeitlich in weiter Ferne liegen, lassen den Betrachter jedoch mit einem Gefühl der Ambivalenz zurück, das begründet ist durch das Fehlen jeglicher anderer Lebewesen und einer Perspektive auf die Natur, die der eines einsamen Menschen entspricht.  

"...Ein Archetyp ist ein Stereotyp, bevor letzterer in die Banalität des Klischees abgerutscht ist. Mit anderen Worten: es ist die Schönheit des Himmels, bevor sie ein Desktop-Hintergrund wird. Es ist das Ende der Welt, bevor es in den neuesten Katastrophen-Blockbuster übertragen wird. Es ist eine klassische Venus vor der Inspiration zu der neuesten Eau-de-Toilette-Werbung.
Das ist es letztendlich, was Gerhard Mantz mit seinen Landschaften macht: Stereotypen in Archetypen umwandeln, sie zurückbringen zu ihrem Ursprung und ihnen ihre ursprüngliche Kraft wiedergeben..." (Auszug aus dem Katalogtext von Domenico Quaranta)

Gerhard Mantz (geb. 1950 in Neu-Ulm, Studium an der Kunstakademie Karlsruhe) lebt und arbeitet in Berlin. Er hat u. a. ausgestellt auf der Prag Biennale 4; P.S.1 MoMA, New York; Kunsthalle Würth; Micro Museum, Brooklyn; Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg; KMZA Berlin; Württembergischer Kunstverein; ZKM, Karlsruhe; Kunsthalle Rostock; Kunstverein Mannheim; Haus am Waldsee, Berlin; Kunsthalle Darmstadt; Neuer Kunstverein Aschaffenburg.





E-volve
Gruppenausstellung


mit

Eelco Brand, NL
boredomresearch, GB
LAb[au], BE
Manfred Mohr, D
Mark Napier, USA
C.E.B. Reas, USA
Marius Watz, NO

         

     


Eröffnung: 24. April 2010, 15-20 Uhr
Ausstellung: 24. April - 24. Juni 2010



Die erste Ausstellung in Köln widmet sich einem Hauptaspekt der digitalen Kunst.
E-volve zeigt am Computer generierte Arbeiten verschiedener Künstler, die entweder programmbasiert sind
und sich durch die Software jeweils kontinuierlich verändern oder als Animation erstellt wurden. Die Arbeiten werden als Wandobjekte, Projektionen oder auf Bildschirmen gezeigt.
Die Eröffnungsausstellung vereint konzeptionelle Positionen wie die „Klangfarben“-Serie von Manfred Mohr oder den ästhetischen Minimalismus von C.E.B. Reas mit den künstlichen Lebensformen des englischen Künstlerpaares boredomresearch. Eelco Brand zeigt eine neue zweikanalige Animation. In der Arbeit von Marius Watz wird moderne Musik des Norwegers Rishaug durch ein Programm in einen farbigen Lichtteppich übertragen.