Nicole Nickel
Konstrukt


Eröffnung: Samstag, 12. November, 14-17 Uhr
Die Künstlerin ist zur Eröffnung anwesend.
Ausstellung: 16. November 2011 – 11. Februar 2012 (verlängert)
Weihnachtsferien: 20. Dezember 2011 – 7. Januar 2012
[DAM]Cologne präsentiert die erste Einzelausstellung von Nicole Nickel in einer Kölner Galerie. Nicole Nickel (*1968, Freudenstadt) zeigt neue Arbeiten, die Fragmente von Außen- und Innenräumen zu dreidimensionalen Objekten und Collagen zusammenfügen. Seit dem Abschluss ihres Malereistudium beschäftigt sie sich intensiv mit Perspektive und Räumlichkeit. Sie kombiniert handgefertige Flächen aus Holz, Folien und Lacken mit am Computer erstellten Strukturen zu Illusionen erbauter Architektur, die den Betrachter durch ein raffiniertes Spiel mit Perspektiven und eine ausgeprägte Farbigkeit in ihren Bann ziehen. Ihre Farb- und Formkompositionen haben einen konkreten Inhalt: den von Menschen konstruierten Raum. Waren ihre bisherigen Architektursegmente zweidimensional als Bilder ausgeführt, geht Nicole Nickel nun auch den letzten konsequenten Schritt, indem sie die Arbeiten als Raumobjekte aus mehreren Schichten zusammensetzt.
Ist da eine Treppe? - Dr. Cosima Lutz
Die Welt ist bei Nicole Nickel ganz und gar nicht aus den Fugen, sie ist im Gegenteil so was von da. Sie fügt sich, wenn auch scheinbar widersinnig, und ist verwandelt: in etwas, das Chaos ist und Ordnung, digital und analog, real und erträumt. Sie versieht den Raum mit neuen Pointen: eine Treppe an der Wand? Könnte ich die Stufen etwa hinaufgehen, wenn ich klein genug dafür wäre? ...
Nickels kraftvoll fragile Architekturen verharren nie im Als-Ob, sie sind pure Abstraktion und halten doch an realen Strukturen fest. Das Digital-Analog-Schema wird durchlässig, aber niemand muss fürchten, im Raum verloren zu gehen. Einen Gegenstand „fremd zu machen und doch bekannt und anziehend“, schreibt Novalis, „das ist die romantische Poetik“.
Nicole Nickel studierte Malerie bei Prof. Friedemann Hahn, dessen Meisterschülerin sie 1996 wurde. Neben diversen Galerieausstellungen nahm sie u. a. an Ausstellungen in der Kunsthalle Mannheim, im Haus der Kulturen der Welt in Berlin teil. 2007-08 hatte sie einen Lehrauftrag an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Nicole Nickel lebt und arbeitet in Berlin.
Aram Bartholl & JODI
Ready for Upgrade


Eröffnung: 9. September, 18 - 22 Uhr
Die Künstler sind zur Eröffnung anwesend.
Ausstellung: 10. September - 29. Oktober 2011
Sonderöffnungszeiten DC-OPEN:
Samstag, 10. September, 12 - 20 Uhr
Sonntag, 11. September, 12 - 18 Uhr
Mit Ready for Upgrade stellt [DAM]Cologne in einer ersten gemeinsamen Gruppenausstellung drei Künstler vor, die sich intensiv mit Internetkultur und dem Erscheinungsbild des Internets auseinander setzen. Das Künstlerpaar JODI gehört zu den wichtigsten Vertretern der Netzkunst. Seit dem Aufkommen des Internets irritieren und faszinieren sie den Betrachter mit ihren unbequemen, überraschenden Arbeiten und Performances. Ihre Werke sind die Avantgarde des Computerzeitalters, Meilensteine im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Aram Bartholl fasst seine Arbeiten mit der Aussage "Netzdatenwelt versus Alltagslebensraum" zusammen. Das Spannungsverhältnis von öffentlich und privat, online und offline, von Technologieverliebtheit und Alltagsleben ist Kern seines Schaffens. In Form von Interventionen und Installationen vorwiegend im öffentlichen Raum untersucht er das Zusammentreffen von Realität und digitaler Welt.
Aram Bartholl (*1972, Bremen) zeigt neben dem viel diskutierten und erfolgreichen Projekt DeadDrops, mit der er zur Zeit an der Ausstellung Talk to Me des MoMA in New York vertreten ist, die Arbeit Are you human? bestehend aus in Aluminium ausgeführten Schriftzügen von CAPTCHA Codes. Diese Codes sind fester Bestandteil von Internetbuchungen und -anfragen. CAPTCHA kann als Versuch einer Maschine gewertet werden zu erkennen, ob es ein menschliches Gegenüber hat. Webbasierte Dienste entscheiden anhand einer richtigen oder falschen Eingabe einer zufälligen Buchstaben-Zahlenreihenfolge, ob es sich beim Gegenüber um einen menschlichen Nutzer oder ein automatisiertes Skript handelt, ohne jedoch den Sinn der zur Kommunikation entwickelten Zeichen zu erkennen.
Millionen Menschen spielen weltweit das Computerspiel Counterstrike. Idee des Projekts Dust ist es, diese virtuelle Spieleumgebung, die nur aus wenigen Räumen besteht, "lebensgroß" in einem begehbaren Ort in der Realität nachzubauen, als einen Ort des kulturellen Gedächtnisses, den bisher niemand betreten hat. Dust ist ein langfristig angelegtes Projekt. Mit einem 3D-Modell und C-Prints der Zeichnungen bildet Aram Bartholl erstmals die Räumlichkeiten ab.
Neben zahlreichen Workshops und Performances wurden Bartholls Arbeiten u. a. ausgestellt im Portsmouth Museum of Art, USA, KUMU Art Museum, Tallin, NIMK Netherlands Media Arts Institute in Amsterdam, Eyebeam, New York, Kunsthal Amersfoort, Niederlande, FACT, Liverpool und im Kunstverein Hamburg. Aram Bartholl lebt und arbeitet in Berlin.
„Fighting back computer“ - Nam June Paiks Motto „Fighting back television“ auf die heutige Zeit umgesetzt – so kann man die Basis von JODIs Arbeiten formulieren, eine starke Auseinandersetzung mit dem mächtigsten Medium unserer Generation. Alex Galloway verweist in seinem brillianten Essay „Wrong Browser“ zur Recht auf die Aggression und die Zerstörung, die den Arbeiten von JODI zugrunde liegt - Zerlegen von den gewohnten nutzerfreundlichen grafischen Oberflächen, das Hervorrufen von automatischen Abläufen in dem Computer, die der Nutzer nicht bewusst hervorgerufen hat und in die er nicht mehr eingreifen kann -, aber auch auf das Entstehen von etwas Neuem, Unerwarteten aus diesen Zerstörungsprozessen. JODI lösen die Struktur des Internets mit ihren Arbeiten auf, sie dringen ein in das Innerste des Computers und bearbeiten in ihren Performances das Internet auch physisch, wie z. B. in Folded Screen Series durch Zerknautschen eines aus flexiblen LEDs bestehenden Screens, der mit dem Internet verbunden ist, oder Einwickeln des Körpers in denselben. Über Wrong Browsers schreib Galloway: „In den Anfängen des WWW gab es aus praktischen Gründen nur eine kleine Anzahl von Domain-Erweiterungen, wie „.com“, „.net“ und „.org“. Gleichzeitig nahmen die Erweiterungen, die sich auf spezielle Länder bezogen, an Wichtigkeit zu....Aber anstatt diese neue Möglichkeit für länderspezifische Webpräsenzen zu nutzen, löste der Zusammenprall der Offline- mit der Online-Welt eine tiefe Enttäuschung in JODI aus, da diese speziellen nationalen Kontexte standardisiert und abgeschwächt wurden, weil sie auf das gleiche semantische Level angeglichen wurden wie die Dot-com-Domains. Wenn „.com“ und „.de“ letztendlich inhaltlich gleich sind, warum gibt es dann eine Spezifizierung? Das war der Auslöser für Wrong Browser. JODI wollten ihre Enttäuschung über die neubegründete Standardisierung durch nationale Domainnamen-Erweiterung ausdrücken.“
JODI haben u. a. ausgestellt im Stedelijk Museum, Amsterdam, National Taiwan Museum of Fine Arts, Guggenheim Museum, New York, SFMOMA, San Francisco, Centre Pompidou, Paris, Nam June Paik Center, Korea, Hartware Medien Kunst Verein, Dortmund, NTT/ICC, Tokio, ZKM, Karlsruhe, Witte de With, Rotterdam, sowie auf der Documenta-X, Kassel (1997). Sie leben und arbeiten in Dordrecht, Niederlande.
Christa Sommerer & Laurent Mignonneau
The Value of Art

Eröffnung: Sa., 7. Mai, 14 - 17 Uhr
Die Künstler sind bei der Eröffnung anwesend.
Ausstellung: 11. Mai -16. Juli 2011
The Value of Art ist das erste einer Serie von Kunstwerken, in denen sich Christa Sommerer und Laurent Mignonneau mit den Wertbildungsmechanismen in Museen und auf dem Kunstmarkt beschäftigen, und eine wunderbare Umsetzung dieser Gesetzmäßigkeiten. Die Künstler ersteigerten auf einer Auktion das Gemälde "Unruhige See" eines unbekannten Malers namens R. Hansen und statten es mit Sensoren aus, die die Zahl der Betrachter sowie die Länge des Verweilens vor der Arbeit registrieren. Mit jedem Betrachten des Bildes erhöht sich der Wert des Gemäldes und wird auf einem kleinen Papier ausgedruckt. Nach Ende einer jeden Ausstellung des Kunstwerks hat das Bild dann basierend auf der Aufmerksamkeit, die die Arbeit erhält, eine entsprechende Wertsteigerung erfahren.
Christa Sommerer und Laurent Mignonneaus interaktive Arbeiten haben bereits früh durch ihre hohe Komplexität und ihre ungewöhnlichen, innovativen Interfaces Geschichte geschrieben. Sie wurden in zahlreichen Ausstellungen international präsentiert u. a. im Museum Tinguely, Basel; ARos Aarhus Kunstmuseum; Kunsthaus Graz; Hamburger Bahnhof, Berlin; Kunsthalle Wien; Palais de Tokio, Paris; MOT Museum of Contemporary Art, Tokio; Museo Bellas Artes, Santiago de Chile; Seoul Metropolitan Museum of Art; NTT-ICC Museum Tokio; Zentrum Paul Klee, Bern; ITAU Culutural Foundation, Sao Paolo; Wallraf-Richartz-Museum Köln.
Christa Sommerer und Laurent Mignonneau leben und arbeiten zur Zeit in Linz, wo sie das InterfaceCulture Lab an der Universität für Kunst und Design leiten. Zuvor haben sie beide über mehrere Jahre als Professoren und Künstler in Japan gearbeitet.
Manfred Mohr
parallelResonance

Eröffnung: Sa. 19. März, 15 - 17 Uhr
Der Künstler ist bei der Eröffnung anwesend.
Ausstellung: 23. März - 21. April 2011
Anschließend wandert die Ausstellung in die Galerie [DAM]Berlin, wo sie zum Gallery-Weekend in Berlin eröffnet wird.
Der Künstler ist bei der Eröffnung anwesend.
Ausstellung: 23. März - 21. April 2011
Anschließend wandert die Ausstellung in die Galerie [DAM]Berlin, wo sie zum Gallery-Weekend in Berlin eröffnet wird.
parallelResonance ist die neuste Serie von Manfred Mohr und wird erstmalig in Europa ausgestellt. Es ist der vierte Werkzyklus, den Manfred Mohr auch als Softwarearbeit realisiert. In parallelResonance untersucht Mohr in der für ihn typischen klaren Form- und Farbgebung das Spannungsfeld zwischen sich bewegenden schwarzen und weißen Flächen und Linien. Die sich im Vordergrund bewegenden Formen sind mit wechselnden Pastellfarben hinterlegt. In der Ausstellung werden neben 2 Softwarearbeiten auch groß- und kleinformatige Prints aus der Serie ausgestellt.
Manfred Mohrs Arbeiten basieren auf selbstgeschriebenen Computerprogrammen, er gehört international in diesem Bereich zu den erfolgreichsten Künstlern. Er beschäftigt sich seit 1973 mit den logischen und mathematischen Strukturen von Würfeln bzw. Hyperkuben und mit deren Linien und Flächen sowie deren Verhältnis untereinander. Mohr war 1968 Mitbegründer des Seminars "Kunst und Informatik" an der Universität Vincennes in Paris und hatte im ARC - Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris - im Jahr 1971 die historisch wichtige und weltweit erste Einzelausstellung in einem Museum mit Arbeiten, die vollständig von einem Computer berechnet und gezeichnet waren.
'Der Algorithmus besteht hauptsächlich aus zwei, durch Zufall ausgewählte, 11-dimensionale Diagonalwege (siehe: emohr.com, Arbeitsphasen "Dimensions", 1978 "Laserglyphs" 1991 und "Klangfarben" 2007), die überlagert werden. Beide Diagonalwege haben eine sehr grosse Strichstärke (Linienausdehnung) die beiderseits parallel zum eigentlichen Diagonalweg verlaufen. Die obere Linienausdehnung, ist immer WEISS und beschreibt so eine weisse Form. Die darunter liegende Linienausdehnung ist SCHWARZ und beschreibt eine schwarze Form. Beide Formen sind auf einen farbigen Hintergrund projiziert. In zufälligen Intervallen wechselt die schwarze Form mit dem farbigen Hintergrund, sodass der Hintergrund schwarz und die vorherige schwarze Form farbig wird. Dieser Austausch schafft immer neue Relationen und visuelle Kräfteverhältnisse. Die im Bild sichtbaren dünnen schwarzen bzw. weissen Linien sind die eigentlichen Diagonalwege.'
Manfred Mohr, 2011
Mohrs Arbeiten sind u. a. in folgenden Sammlungen zu finden: Centre Pompidou, Paris; Mary and Leigh Block Museum of Art, Chicago; Victoria and Albert Museum, London; Ludwig Museum, Köln; Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart; Stedelijk Museum, Amsterdam; Museum im Kulturspeicher, Würzburg; Kunsthalle Bremen, Bremen; Musée d'Art Moderne et Contemporain, Strasbourg; Daimler Contemporary, Berlin; Musée d'Art Contemporain, Montreal; McCrory Collection, New York; Esther Grether Collection, Basel.
Mohr hat an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen wie zum Beispiel: MoMA - Museum of Modern Art, New York; Centre Pompidou, Paris; ZKM (Center for Art and Media), Karlsruhe; Museum Ritter, Waldenbuch; Museo Nacional Centro de Reina Sofia, Madrid; MoCA, Los Angeles; National Museum of Modern Art, Tokyo; Museum of Modern Art, San Francisco; MoMA-PS1, New York; ARC - Musée d'Art Moderne de la ville de Paris, Paris; Museum for Concrete Art, Ingolstadt; Vasarely Museum, Budapest.
Manfred Mohr erhielt die Golden Nica der Ars Electronica, Linz, den Camille Graesser-Preis, Zürich, den [ddaa] d.velop Digital Art Award, Berlin, und das Artist Fellowship der New York Foundation of the Arts.
boredomresearch
Brilliant Cloud
Eröffnung: Sa., 22. Januar, 15 - 17 Uhr
Ausstellung: 26. Januar - 12. März 2011
Ausstellung: 26. Januar - 12. März 2011
Brilliant Cloud vertieft boredomresearchs Ergründung von Landschaften. Die Künstler führen die Abstraktionen durch Computerprozesse und den Einfluss asiatischer Kunst zusammen, um so den Arbeiten eine eigene poetische Erscheinungsform zu geben. Die Serie reflektiert und spielt mit der Zweideutigkeit, die viele natürliche Formen gleichzeitig vereint und voneinander unterscheidet.
Brilliant Cloud ergründet vor allem den Widerspruch von festen geologischen Strukturen mit dunstähnlichen wolkenhaften Formationen. Wie die Querschnitte von riesigen Achaten interagieren hunderte Bänder in kräftiger farbiger Intensität. Aus der Entfernung erscheinen die Arbeiten wie eine Ansammlung von Inseln, die man von oben betrachtet, und gleichzeitig wie schwerelos schwebende Kompositionen, die stark an japanische überstilisierte Wolken erinnern.
Die nähere Betrachtung der Arbeiten offenbart eine unübersichtliche Menge an konzentrischen Kreisen - fließend, aktiv, dynamisch. Wie unzählige Wassertropfen, die sich vereinigen um diese Wolkenformationen zu bilden - sie scheinen wie Momentaufnahmen aus Bewegungen. In der Mehrdeutigkeit zwischen schwerer Substanz und Immaterialität liegt die Spannung der Arbeit, lässt sich der poetische Raum dazwischen erkunden.
Eelco Brand
Field of View
Eröffnung: Sa., 13. November 2010, 15-17 Uhr
Ausstellung: 17. November 2010 - 15. Januar 2011
Field of View ist die erste Einzelausstellung von Eelco Brand in Köln. Die Galerie [DAM] Cologne zeigt drei neue Filme und stellt Brands farbige, mit 3D-konstruierte Bilder den Bleistiftszeichnungen des Künstlers gegenüber.
Ein abstraktes, molekular wirkendes Objekt schwebt über einer hyperrealistischen Sumpflandschaft, eine glänzend blaue, amorphe Form liegt auf einer Wiese. Das Oeuvre von Eelco Brand fügt sich zwar in eine Bildtradition ein, in der Landschaften und Genreszenen eine führende Rolle spielen, geht aber über traditionelle Formen dieser Bildgattung hinaus. Scheinbar naturalistische Bilder sind mit surrealen abstrakten Komponenten kombiniert. Die Landschaften kommen uns bekannt vor, erwecken die Illusion, sie schon einmal gesehen zu haben - es sind Stereotypen, vollständig konstruiert, von starker expressiver Kraft. Aber ist nicht jede Form von Landschaftsdarstellung konstruiert, auch unser inneres Bild, wenn wir uns eine Landschaft vorstellen? Die Werke von Eelco Brand lassen uns über unsere Sehgewohnheiten nachdenken. Irritierend sind auch die Bleistiftzeichnungen von Brand, denn er verwendet in ihnen eine Bildsprache, die der Betrachter mit einfachen 3D-Konstruktionen assoziiert.
In den Filmen des Künstlers wechselt der Betrachter mühelos die Perspektive, man krabbelt als Käfer über den Boden, taucht über und unter Wasser. Pilze verwandeln sich in schwebende Quallen. Die Langsamkeit der Bewegung und der immerwiederkehrende Loop der kurzen Filme wirken fast meditativ und entsprechen in keiner Weise den Erwartungen, die wir an Animationsfilme haben.
Der niederländische Künstler Eelco Brand (*1969) hat Malerei studiert, widmet sich aber seit über sieben Jahren ausschließlich der Konstruktion von Filmen und Bildern in 3D.
"Malerei besteht vor allem darin, Elemente hinzuzufügen oder zu entfernen. Man kann an einem Bild arbeiten, das sich durch seine eigene Logik entwickelt. Für mich ist das Erstellen eines 3D-Bildes das selbe wie Malerei. Aber das Faszinierende am Arbeiten mit 3D ist, dass man den virtuellen Raum hinter der zweidimensionalen Oberfläche betreten kann und - noch entscheidender - dass man jeweils die Möglichkeit hat, eine Szene zu animieren. Dies bedeutet, dass man über das statische Medium der Malerei hinausgehen und Bewegung sowie Klang integrieren kann. So kann man völlig neue Wege erschließen, Werke zu erstellen und zu präsentieren. Die Szenen, die ich als Prints oder Filme erstellt habe, sind virtuell und handgemacht. Ich verwende kein fotografisches Material oder gescannte Bilder." (Eelco Brand in einem Interview mit Wolf Lieser in Eyemazing, 2007)
Eelco Brand lebt und arbeitet in Breda, Niederlande. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt u. a. in Seoul, Moskau sowie New York und sind in öffentlichen sowie privaten Sammlungen europaweit vertreten. Field of View ist Brands zweite Einzelausstellung in der Galerie [DAM] Berlin/Cologne.







